Helge & Saxana – Atelier für Gegenwartskunst

Wir begrüßen Sie auf der Homepage des Künstlerpaares Helge & Saxana.


Wir freuen uns sehr, unsere neue, gemeinsame Homepage online zu präsentieren. Sie ist noch nicht ganz fertig … in nächster Zeit werden wir weiteres Material, auch aus dem Atelier, Gemälde + Geschichten + weitere Themen … ergänzen:


Film + Fotodokumentationen, von Gemälden und den Umständen, unter denen diese entstanden … aus dem HAMBI, dem Reinhardswald, Wuppertal Osterholz,
Alte Eiche Castrop – Rauxel, aktuell aus dem DANNI (Danneröder Wald),
der„GRÜNEN LUNGE, Frankfurt“ und unserem spektakulären Beitrag zur Aktion mit ENDE GELÄNDE am 22. Juni 2019 / Tagebau Garzweiler.

Wir beginnen hier mit einer umfangreichen Präsentation unserer Kunstintervention: ALLE DÖRFER BLEIBEN … die wir als Satelittenausstellung im Kontext zur Aachener Kunstroute im Hofgut Winzen in Keyenberg im Rahmen des Widerstandes der Dörfer gegen den drohenden Abriss platzierten.

40 Gemälde, die wir größtenteils in den Dörfern rund um den Tagebau Garzweiler, dem größten Braunkohlebaggerloch Europas in „unwirklich erscheinenden“, verwaisten, teils schon komplett verlassenen Dorfruinen, teils noch in bewohnten oder halbbewohnten Dörfern, malten. Gemälde, die die Spanne zwischen Hoffnung und Verzweiflung der Menschen dort spiegeln. Die Bewohner der Dörfer bauten mit den Aktivisten des Widerstandes 20 kleine, Häuser, die entlang eines Wegparcours durch das Hofgut aufgestellt wurden und unseren Gemälden für 2 Tage, am ersten stürmisch, regnerischem Herbstwochenende im September 2020, ein Dach über dem Kopf bescherten und zum sehr speziellen KUNST-DORF-WIDERSTANDS-SPAZIERGANG einluden … begleitet und überwacht vom Polizeihelikopter und den „Bodentruppen“ des „Team Blau“, wie wir die Polizei dort nennen.

ALLE DÖRFER BLEIBEN ist der hoffnungsvolle Name der Widerstandsbewegung im Rheinischen Braunkohletagebau und gleichzeitig der Titel dieser besonderen Kunstausstellung, die im Rahmen dessen in Keyenberg… im Sommer 2020 stellvertretend für alle bedrohten Dörfer … Manheim / Immerath / Berverath / Keyenberg / Lützerath … stattfand.

Helge und Saxana

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OSTERHOLZ / Wuppertal  2019


Eine scheinbar unendlich wachsende Abraumhalde eines „altehrwürdigen“ traditionellen Kalksteinbruchunternehmens, (Kalkwerke Oetelshofen), das über viele Jahrzehnte Geschäfte mit RWE macht, braucht nach den Vorstellungen des Unternehmens mehr Platz. (Kalk wird bei der Verbrennung von Braunkohle in den Kraftwerken von RWE benötigt / Stichwort Rauchgasentschwefelung,bei Rheinbraun zur Herstellung von Stahl ) 


5 Hektar, besten alten Buchenwaldes, das entspricht einer Fläche von 10 Fussballfeldern, sollen dafür gefällt werden.

Ein NO-GO in Zeiten des Klimawandels. Hinzu kommt, dass extra vor Jahrzehnten gebaute Eisenbahnstrecken von den Kalkwerken zu den Braunkohlekraftwerken von RWE bestehen und in Betrieb sind. Auf diesen könnte man mühelos den Abraum, der im Osterholz zum Verdrängungsproblem wächst, in Eisenbahnwaggons geladen, die auch den Kalk liefern, zum Braunkohleloch Hambach karren und kippen. Die haben ja Abraumprobleme … Das Ganze ist, wie anderorts auch, ein politisch-wirtschaftliches SKANDALON.
Wir solidarisierten uns 2019 im November mit dem Widerstand vor Ort, fuhren dort hin, sprachen mit diversen Leuten und setzen mit unserer Malerei ein Statement. Ein Statement zum Erhalt des Waldes, ein Statement für die Bäume, ein Statement für friedlichen notwendigen Widerstand.

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ALTE EICHE / Castrop Rauxel  2019


Ein Investor (Immobilienbranche) hatte es 2019  auf ein Biotop-Grundstück mit alter Eiche in Castrop Rauxel abgesehen.Wohnraum sollte entstehen / … ja , aber eben nicht dort!Ein befreundeter Aktivist ( HAMBI-POTTER ) setze sich kurzentschlossen in die ALTE EICHE und solidarisierte sich mit dem ortsansässigen Widerstand der Bürger.
Wir kamen im November 2019 hinzu und setzten mit unserer Malerei ein entsprechendes Statement.Wir portraitierten die ALTE EICHE in Öl. (…das gab 2 mal Berichterstattung im Fernsehen und 3 mal in Zeitungen)Damit halfen wir, dass die öffentliche Aufmerksamkeit gegen dieses unwürdige Vorhaben des “Investors“ größer wurde – Zugross für den Investor.
Hambipotter und die widerständigen Bürger schafften es, dass nun die Eiche stehen bleibt. Der Investor muss sich ein anderes Stück Bauland suchen – ohne ALTE EICHEN.

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DANNI / Danneröder Wald 2020


Seit 40 Jahren plant man eine Autobahntrasse, die A49 … das letzte Stück soll nun nach Vorstellungen der Regierungskoalition in Hessen, von Grünen und der CDU, mitten durch ein intaktes Wasserschutz – und Buchen – Eichenmischwaldgebiet, dem Danneröder Wald, gebaut werden.

Alle wissenschaftlichen Fakten sprechen dagegen, ein Alternativvorschlag liegt auf dem Tisch.In Zeiten der Klimakrise, in der andere wegweisende Richtungsentscheidungen notwendig und unumgänglich sind,muss der Politik hier dringend entgegengewirkt werden. Der Widerstand wächst.Nachhilfeunterricht für Politik und Wirtschaft ist gefragt. 
Wir sind die Erziehungsberechtigten und geben Nachhilfeunterricht: – mit unserer Kunstintervention – mit Gesprächen – mit Hilfslieferungen für die Aktivistis vor Ort  – mit unserer Kunst … Ich wurde wiedermal in Polizeigewahrsam genommen.Nun, den Polizisten qualmen heute noch die Ohren, vermute ich, denn es sprach 4 Stunden am Stück: “Prof. Dr. Dr. Friedrich Helge Kronenberg Hommes“Wir denken:  zwar Ohne Honorar und die Bühne war der Innenraum eines Polizeigefangenentransporters,(… begrenzte Zuhörer im Innenraum: 5 Menschen in gleicher unkleidlicher Kleidung mit auffällig hohem Bildungsdefizit) aber die Lektion hat gesessen …

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ENDE GELÄNDE / Tagebau Garzweiler 2019


In diesen Zeiten … weltweit haben immer mehr und sehr viele junge Menschen, von den globalen, zerstörerischen Politik-Wirtschaftspakten die Schnauze voll, gehen auf die Strassen und leisten ultimativ wichtigen Widerstand gegen falsche, verantwortungslose, Politik, die teils verächtliche Züge gegenüber dem Leben generell angenommen hat. Der neoliberalistische Kapitalismus hat sich als Todsünde entpuppt.
Friedlicher Protest, grossartig und fantasievoll. Mit einer dieser Bewegungen, mit dem in diesen Zeiten wirklich prophetisch klingenden Namen ENDE GELÄNDE, waren wir im Juni 2019 im Widerstand gegen RWE unterwegs. Wir sind mit 1500 Menschen in Europas größten Braunkohletagebau, den Tagebau Garzweiler-Hambach spaziert, gerutscht, gesprungen, gelaufen.

Garzweiler

Wir wollten dort unten in 450 Metern Tiefe Zeugnis ablegen. Malerei / plein air unter extremen Bedingungen, gegen eine irre Konzernpolitik, für eine lebenswerte Zukunft.Es wurde ein gigantisches Statement … das man nicht übersehen kann …

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Hambacher Wald 2018

Nicht erst seit 2018 kämpfen Aktivisten und Bürgerbewegungen gegen die weitere
Vernichtung des Hambacher Waldes durch RWE, dem Konzern, der sich bis heute uneinsichtig, selbstherrlich, gegen alle Zeichen, Einsichten und wissenschaftlichen Faktenlagen der Gegenwart stellt.
2018 rief uns unser befreundeter Kunstprofessor Wolfgang Becker aus Aachen an, ob wir uns nicht mit den todgeweihten Bäumen und aktuellen Geschehnissen im HAMBI auseinandersetzen wollten.

Seit dem sind wir mit aller Energie dabei zu helfen, dass der Wald stehen bleiben kann – überleben kann.
Wir trugen mit unseren Kunstinterventionen mit dazu bei, dass der öffentliche Druck auf den bis zum heutigen Tag uneinsichtigen Konzern und die ihm zur Seite stehende, nicht minder fehljustierte Politik, immerhin so gross wurde, dass der Wald selbst nicht weiter weggebaggert werden durfte.
Was der Konzern, Hand in Hand mit der Politik, aber aktuell versucht, ist mit Worten kaum noch zu beschreiben.

Wenn es nicht so dramatisch wäre, würde man das Verhalten des Konzernes und der Politik
mit dem eines bockigen, uneinsichtigen Kindes, das nur noch nervt, vergleichen – dem man helfen muss.
Wir alle versuchen zu helfen, doch die Versuche stossen auf blanke dumme Missachtung.
Wir bleiben beharrlich und machen unsere Arbeit …

Das Museum Haus der Geschichte in Bonn erwarb 2020 eines unserer Gemälde zum Komplexum HAMBI für die ständige Sammlung.
Das Kunstmagazin art berichtete ebenfalls über unsere Arbeit im HAMBI …

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Grüne Lunge – Frankfurt am Main 2019

Ein drittel Leerstand in der Skyline, den Wolkenkratzern und Hochhäusern in Frankfurt.
Man plant und baut, als gäbe es nicht schon genug. 2019 blickte Frankfurt auf einen nichtrühmlichen bundesweiten Rekord: Frankfurt hat an seiner 4 – spurigen Zubringerstrasse, vom äußeren Gürtel im Osten der Stadt in die City, die an einer grünen Oase, der ältesten Schrebergartensiedlung Deutschlands liegt, die heissesten Temperaturen, die in Deutschland im Sommer 2019 gemessen wurden, registriert.

Ein ausländischer Investmentfond plant nun auf dem Grund und Boden der GRÜNEN LUNGE Frankfurts, ein nächstes 20 stöckiges Hochhaus zu bauen. Man blickt aus der GRÜNEN LUNGE über die Strasse auf Hochhäuser der gegenüberliegenden Strassenseite, die natürlich, wie sollte es anders sein, seit Jahren leer stehen. Die Macht des Geldes ist gigantisch. Ihr stehen Menschen, die dort wohnen, gegenüber.
Es braucht mehr und mehr öffentlichen Druck, wie überall, wo rigorose, korrupte geschäftliche Prozesse zwischen Politik und Wirtschaft, dem Menschen das Leben zerstören. Darum hatten wir uns entschlossen, auf Einladung von ENDE GELÄNDE – FRANKFURT, auch hier ein Statement mit unserer Malerei zu setzen, das weiter mit für öffentlichen Diskurs sorgt.

Das Historische Museum Frankfurt zeigt im März 2021 unsere Arbeit in einer Themenausstellung …

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MANHEIM – LORIEN 2019

Nieselregen, der Himmel ist grau, zögerlich bricht der Himmel auf und zeigt unwillig, so scheint es, ein wenig leuchtendes Blau. Es ist nicht der Tag für strahlend blauen Himmel. Es ist November 2019 und man hört die unablässigen Bagger, von RWE bestellt, die alles niederreissen, … HEIMAT -ZERSTÖRER.

Malintervention Saxana Schötschel und Helge Hommes

Wir erreichen auf unserer Interventionstour MANHEIM. Wir fahren mit unserem Anhänger dorfeinwärts, auf der Dorfstrasse, die links und rechts nur zerstörte Landschaft säumt. Im ehemaligen Dorfzentrum nah der Kirche, die noch steht, deren Fenster mit Schichtholztafeln verschlagen sind, halten wir an und platzieren uns mitten zwischen die wütenden Bagger. Es dauert nicht lange und ein RWE Security SUV stellt sich kraftprotzend unmittelbar vor uns in den Weg. Wir reden nicht mit Ihm. Unsere Blicke treffen diesen Typen.
Er entschliesst sich, weiterzufahren. Wir malen weiter, es entstehen 2 grossformatige Gemälde im Baggerstaub,
gepaart im Nieselregen, die Zeugnis für eine kleine Ewigkeit ablegen.

Wir fahren weiter nach Lorien zur LONELY OAK. Es ist schön zu sehen, dass die
Menschen (Aktivistis und Bürger) sich dort kümmern. Die von RWE, für die Räumung und Rodung angelegt, geschotterte Fläche, die ein den alten Baum umsäumendes Biotop war, wurde mit Spitzhacke von Hand wieder aufgebrochen.
Es wurde mit Muttererde ein großes ( A ) in einem Kreis mit Durchmesser von ca. geschätzten 20 Metern, angelegt, in dem junge Bäume gepflanzt wurden. Diese Statement ist ein friedliches Zeichen zeitgemäßen Widerstandes, unmittelbar an der Kante zum größten Baggerlochs Europas. Die LONLEY OAK wacht Tag und Nacht im Angesicht der Bagger, dass Ihre Kinder nun wieder wachsen dürfen.
Unsere Gemälde die dort am Abend noch entstanden bezeugen das …
Eine Schulklasse aus Belgien war zu Besuch und sah uns beim Malen zu.
Die Kinder machen sich ihr Bild von Ihrer Welt … und werden sich dafür einsetzen …

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Reinhardswald 2019

Zeitungsberichte, die wir im Sommer 2018 wahrnahmen, dass ein sagenhaftes einmaliges Waldgebiet in Nordhessen, der Reinhardswald gefährdet sei, weckten unsere Aufmerksamkeit für ein kompliziertes SKANDALON der Gegenwart.
Im Winter 2018 / 2019 machten wir uns auf den Weg. Urgewaltige bis zu 800 Jahre alte Baumwesen empfingen uns und forderten uns auf, Ihnen würdig ein Porträt zu liefern. Der Märchenwald der Gebrüder Grimm nahm uns in Empfang.
Oberhalb des Kernwaldgebietes, im dichten zusammenhängenden Wald, auf dem Rücken, parallel dem Flusslauf der Weser, beabsichtigt eine Firma, 20 Windkraftanlagen mitten in den Wald zu setzen (Sie sollen in 250 Metern Höhe, die größten in Deutschland werden.). In Zeiten der Klimakrise ist besonders auch Windkraft eine wichtige Komponente – keine Frage.
Aber, sie gehört nicht in Wälder. Es gibt ganz andere 20 – 50 fach effektiverer, kleinere dezentrale Formen von Nutzung der Windkraft.
Die Windmühlen, die wir alle kennen, sind wiedermal Produkt einer Politik-Wirtschaftskonzernsymbiose, die andere Formen der Nutzung, einfach aus zentralmonopolistischem Interessenbestreben nicht gedeihen lassen.
Und so nehmen wir alles hin und denken, dass das alles doch so sein muss.

Nein – muss es nicht!
Leute macht euch kundig und Ihr werdet staunen und euch zugleich ärgern …

Wir malten im Lauf des Jahres 2019 in 4 Etappen unter schwersten klimatischen –

( Stichwort: Hitzesommer) und auch logistisch anstrengenden Bedingungen, 40 Gemälde dort im Wald, portraitierten die Bäume und die unwirkliche Situationen der ersten Rodungen.
In einer Malinterventionsetappe auf dem Waldrücken, unmittelbar wo eins dieser Megawindräder entstehen soll, befanden wir uns mitten in einem BAUM-Schlachtfeld. Die Baumroderobotermaschinen rodeten um uns herum …
Ein Höllenlärm im Wald … unerträglich – ungehörig … Wir lieferten Zeugnis ab … die Gemälde.
Sie tragen diese unsäglichen Umstände, aber auch die Anmut der alten Bäume,
in die Köpfe der Menschen, die nicht im Wald waren …
Vielleicht begeben Sie sich, wenn Sie die Gemälde sehen, in den Wald.

An einem sonnigen Septemberwochenende 2019 installierten wir diese Gemälde dort auf dem Höhenkamm im Wald und luden ein, sich diese dort anzusehen … eine Kunstausstellung im Wald.

Ein Webarchive von Helge Hommes finden Sie hier.