Saxana Nicole Schötschel

Seit vielen Jahren entsteht eine komplexe, Werkgruppen übergreifende, zusammenhängende Bilder-Welt. Saxana arbeitet unter freiem Himmel in Wäldern, in einer anderen Werkfacette in Hotspots der Klimagerechtigkeitsbewegung, wie ab 2018 im Hambacher Wald, in Lützerath, im Danneröder Wald, usw. …


Im Atelier in Leipzig entstehen Arbeiten, die viel Zeit und Ruhe brauchen. Bedacht finden
diverse Komponenten, seien es komplexe Sachverhalte aus verschiedenen Gebieten der
Wissenschaft, der Geschichte, der Welt der Pflanzenforschung und Tierbetrachtungen,
Beobachtungen des Kosmos der Sterne oder des Lebensraumes der Tiefsee, sensibel komponiert, den Weg in ihre Gemälde. Eine Tendenz in der zeitgenössischen Kunst
ist die Individuelle Mythologie, in der Künstler*innen, wie Guiseppe Penone oder auch
Saxana, Räume oder auch Bildräume schaffen, die sie mit persönlichen Gegenständen und
Erinnerungsstücken zeichenhaft und Symbolträchtig bestücken, die ihre persönliche Weltsicht verdeutlichen.

1966 wurde SAXANA in Düsseldorf geboren. Sie lebt leidenschaftlich als Künstlerin
und Aktivistin ein Leben, das verantwortungsbewusstes, sich selbst und über sich
hinaus reichendes Gestalten, im Kleinen wie im Großen, beinhaltet.

„Mein Atelier ist draußen …“ ist ein Ausschnitt aus einem Gespräch, ein Statement, was
bezeichnend ist. „Plein Air Malerei“ ist in einer ausufernden Zeit der digitalen Revolution, aber
auch in einer Zeit, in der uns allen klar ist, dass es unumgänglich ist, sich als Teil der Natur zu
verstehen, wie eine revolutionäre Geste. So sind, neben den vielen Tagen im Atelier, die Tage
draußen in den Wäldern die Rosinen des Jahres? Das Malen unter freiem Himmel, sei er tief
blau oder neblig grau, sei es kalt oder unerträglich warm, bei Schneefall und Wind, verlangt
ein Verständnis des „im Jetzt seins“, egal der Umstände. Es ist erwünscht, dass Spuren
dieser Witterungseinflüsse im Bild zu lesen sind, Zeugnis sind …
… im Gemälde zu Hause sein dürfen.

Das aus der „erwachsenen Welt“ betrachtete, oft als naiv abqualifizierte, das mit Akribie
ausgestattete „fröhliche Sein im unmittelbaren eigenen Kosmos“, das wir neidvoll den Kindern
zugestehen und das Fehlen dessen bei Erwachsenen bemängeln, diese, bei ihrem
„Erwachsenwerden“ nicht versiegte Gabe, befähigt sie, Bilder in die Welt zu setzen,
die unerschütterlich ehrlich und wahr sind und uns allen unsere verschollenen Fähigkeiten,
die Welt wie ein Kind zu sehen, vor Augen hält. Die Malerei ist nicht „verakademisiert“,
nicht „verkunstmarktet“ … sondern rein.

Ausschnitt aus:

Die Tiere sagen, die Gletscher schmelzen … / 250 x 230 cm / Öl a.Lw. / 2020

Sie studiert in den frühen neunziger Jahren in Köln an der Werkkunstschule, die Malerei hatte
bis dahin alle der Kunstgeschichte bekannten Facetten durchgespielt. In Köln hatte es zu der
Zeit jegliche Art von Figuration schwer, einen Platz in der Ausstellungslandschaft zu finden.
Wenn man aber die Malerei als Ventil für einen „zu Bild werdenden Schrei“ braucht,
was sicherlich viele, gerade junge Künstler*innen durchleben, braucht es seine Zeit und
entsprechendes Umfeld, um das Leben zu können. 2012 entdeckte Saxana nach vielen
anderen Lebensräumen Leipzig und beschloss, sich in einer Hochburg der figurativen Malerei
niederzulassen. Es entstand unter anderem dieses kleine, tiefe Bild:

Lichtfest – Leipzig / ca. 45 x 33 cm / Öl auf Kartonage / 2014


Die gesellschaftliche zentrale Frage „Wie und in welcher und in was für einer Gesellschaft wollen wir Leben?“ … war über die vielen Jahre unaufhörlich Thema.
2013 begegneten sich Saxana Nicole Schötschel und Helge Hommes in Leipzig, seit 2017 Arbeiten sie gemeinsam als Künstlerpaar HELGE & SAXANA Ihr Gemälde „Der Schrei des Baumes“ von 1987 ist ein frühes Statement.
Die Bäume schreien immer noch, ganz laut, besonders 2012-2018 aus dem Hambacher Wald, 2024-2025 aus dem Oststück des Hambi, aus dem Sündenwäldchen.
Seit 2018 nimmt die Werkfacette der Kunstinterventionen, vor Ort im Widerstand der
Klimagerechtigkeitsbewegung, neben den anderen Werkgruppen viel Platz ein. Eine Symbiose der unterschiedlichen Werkgruppen bildet sich gegenwärtig in der konzeptionellen Ausarbeitung des über viele Jahre angelegten, jetzt der betont konzentriert angegangenen Absicht, dem Hambacher Wald mit vielschichtig angelegter Malerei ein Würdigung zukommen zu lassen, die in einem einzigartigen Zeitzeugnis der Malerei, bezogen zu diesem „Wald-Reststück“ mündet, das durch bunten Widerstand gerettet wurde – leider gab es auch Tote.
Gedenk-Kunstwerk, Portrait Steffen Meyn / Hambacher Wald 2018 Saxana malte es, wir installierten es 2018 im Wald an der Stelle, an der Steffen zu Tode stürzte.
Bis 2025 hing es im Wald installiert. Wir tauschten es dann gegen ein 2. Portrait, das Saxana anfertigte und sicherten das Erste für die Zukunft. Wir hoffen, dass sich ein Museum in NRW für dieses brisante Stück in Malerei erstarrter Zeitgeschichte interessiert. Bis heute gab es statt einer Nachfrage, bspw. ein Desinteresse des Museum Haus der Geschichte in Bonn in Form einer Absage gegenüber unserem Angebot, das Gedenkrelikt dem Museum zu überreichen.

Die aktuellen Arbeiten, wie EMERALD VEIN, GRASPING THE SKY’S GIFT
190 x 260 cm oder auch JUST NATURE, sind sehr komplex.
Diese Komplexität fordert vom Betrachter Ruhe und Zeit, etwas, was man in der heutigen Welt als sehr kostbar empfindet. Wenn man bereit ist, diese „Eintrittskarte“ zu investieren,
um zu sehen und zu verstehen … erwartet den Betrachter ein Genuss der Kunst,
der nur in der Tiefe dieser Bilder zu erleben ist.

Saxana Nicole Schötschel / EMERALD VEIN, GRASPING THE SKY’S GIFT 190 x 260 cm Öl auf Leinwand 2026

Hier finden Sie einen Querschnitt der Arbeiten von Saxana, Ausschnittsaufnahmen aus
verschiedenen Gemälden sowie Ausstellungssituationen. Der Fokus liegt hier hauptsächlich auf Werken aus den letzen 10 Jahren.

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